Nachhaltigkeits-Ausschuss

Global denken – lokal handeln!

Anfang des Jahres 2018 hat sich mit Unterstützung des Kirchengemeinderats zunächst die „Projektgruppe Nachhaltigkeit” in der Emmausgemeinde gegründet. Im Frühjahr 2019 ist diese Gruppe vom Kirchengemeinderat zu einem Ausschuss berufen und aufgewertet worden. Der Ausschuss freut sich immer über Gäste, auch wenn sie nur mal „reinschnuppern” wollen. Die Sitzungstermine finden Sie im Gemeindebrief und hier im Veranstaltungskalender.

Auf dem Weg zur ÖkoFairen Gemeinde

Getragen vom einstimmigen (!) Votum der Gemeindeversammlung am 01.07.2018 hat sich unser Kirchengemeinderat mit der Selbstverpflichtungserklärung vom 22.10.2018 gegenüber dem Projekt „ÖkoFaire Gemeinde” der Nordkirche (externer Link) verpflichtet, insgesamt 14 Punkte auf dem Weg zur Nachhaltigkeit zu erfüllen. Sobald davon zehn Punkte erfüllt sind, kann sich unsere Gemeinde dann offiziell „ÖkoFaire Gemeinde” nennen. Darauf arbeiten wir gezielt und konsequent hin. Dabei finden wir viel Unterstützung in der gesamten Gemeinde.

Wir denken, wir können uns weltweit nur für die Erhaltung der Schöpfung, für Nachhaltigkeit und Umweltschutz, für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einsetzen, wenn wir auch konkret bei uns zu Hause und in unserer Kirchengemeinde damit anfangen.

Kontakt: Peter Rodermund (Vors.), nachhaltigkeit-emmaus@gmx.de (weitere Kontaktdaten über das Gemeindebüro).

 

ÖkoFair und mehr!

Der neue „Ausschuss für Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimaschutz und Klimagerechtigkeit”

In seiner Sitzung im März 2019 beschloss der Kirchengemeinderat (KGR), aus der „Projektgruppe Nachhaltigkeit” einen regulären Ausschuss des Gremiums zu machen. Eine Aufgabe dieses Ausschusses wird die Realisierung des Gemeindezieles „ÖkoFaire Gemeinde” sein. Darüber hinaus wird sich der Ausschuss dauerhaft darum kümmern, das Ziel „Nachhaltigkeit” mit Leben zu füllen. unterwegs sprach mit dem frisch gewählten Vorsitzenden Peter Rodermund.

unterwegs: Was bedeutet die „Aufwertung” der Projektgruppe zum KGR-Ausschuss für die Mitglieder und für die Arbeit der Gruppe?
Peter Rodermund: Ob das eine Aufwertung ist, weiß ich nicht. Es ist eine formale Änderung, die einerseits zeigt, dass wir Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Klimaschutz und Klimagerechtigkeit in der Gemeinde jetzt als Themen erkannt haben, die auf Dauer angelegt sind. Das ist eben kein kurzfristiges „Projekt”.
Andererseits hat sich das Konzept, eine für alle offene Gruppe zu sein, nicht bewährt. Das heißt ausdrücklich nicht, dass wir uns nicht über Gäste freuen würden. Ganz im Gegenteil! Kontakt kann man zu uns auch aufnehmen unter unserer eigenen E-Mail-Adresse nachhaltigkeit-emmaus@gmx.de.
Aber es hat sich gezeigt, dass zu den Projektgruppensitzungen sich immer wieder ein harter Kern zusammengefunden hat. Das sind neben mir Wolfgang Behrens, Cornelia, Martin
und Rasmus Epha, Margit und Pastor Matthias Mannherz. Es war somit konsequent, zunächst diese sieben zu Ausschussmitgliedern zu berufen. Wir werden aber auch als Ausschuss weiterarbeiten wie bisher.

unterwegs: Es ist beschlossenes Ziel, aus der Emmaus-Kirchengemeinde eine „ÖkoFaire Gemeinde” zu machen. Was bedeutet das konkret? Und welche Aufgaben hat der neue Ausschuss hier übernommen?
Peter Rodermund: Der Ausschuss koordiniert. Antreiben mussten wir noch nicht, dazu ist viel zu viel Motivation allerorten zu spüren. Konkret haben wir uns nach einem großartigen einstimmigen Votum in der Gemeindeversammlung im Sommer des letzten Jahres und dem formal erforderlichen, wiederum einstimmigen Beschluss des KGR selbst verpflichtet, aus einem vom Projekt ÖkoFaire Gemeinde der Nordkirche vorgegebenen „Katalog” 14 Punkte zu erfüllen. Details dazu sind in der Selbstverpflichtungserklärung vom 22.10.2018 zu finden.
Dort haben wir als Kirchengemeinde uns zu ganz verschiedenen Einzelpunkten verpflichtet, von „ethischer Geldanlage” über „konsequente Mülltrennung” und vieles mehr. Manches erweist sich als durchaus anspruchsvoll, so der ökologische Einkauf. Deshalb beschäftigen wir uns aktuell mit einem „Leitfaden für nachhaltigen Einkauf”, den wir Haupt- und Ehrenamtlern für ihren Einkauf für die Gemeinde als Hilfe anbieten wollen.
Und konkret sichtbar entsteht im Kirchgarten der Thomaskirche ein Beet, wo bald ganz regional Altarblumen wachsen werden. Wir sind also auch hier auf dem Weg zur ökofairen Gemeinde, aber noch nicht am Ziel.

unterwegs: Was wird der Ausschuss tun, wenn dieses Ziel erreicht ist, wenn die Plakette an der Kirchentür hängt?
Peter Rodermund: Das Motto für den Ausschuss lautet: „ÖkoFair und mehr!” Auch wenn wir uns gegen manche und wegen mancher Bedenken beispielsweise nicht verpflichtet haben, vorwiegend vegetarische Speisen anzubieten, wäre etwa Fleischverzicht oder deutliche Reduktion vielleicht doch auch ein Thema.
Schon vor der ÖkoFair-Bewerbung hatte sich die Gruppe gebildet. ÖkoFair ist und war immer nur ein Teilaspekt. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist umfassender. Leider sind wir alle dabei – wie nicht nur „Fridays-for-future” uns zeigt – den Planeten zu überhitzen und die Schöpfung für nachfolgende Generationen zu zerstören.
Wenn wir auf globale Fehlentwicklungen hinweisen, können wir vor „unserer eigenen Haustür” nicht untätig bleiben! Da wird der Ausschuss im guten Zusammenwirken mit der Partnerschaftsgruppe „Eine Welt” am Ball bleiben – und zwar dauerhaft!

unterwegs: Wie ist der Widerhall in der Gemeinde? Ist dieses Ziel „Nachhaltigkeit” ein Bedürfnis von vielen, vielleicht sogar  allen? Oder ist missionarische Aufklärungsarbeit die Aufgabe des Ausschusses?
Peter Rodermund: Den Widerhall kann ich nur als großartig bezeichnen! Auf das einstimmige Votum der Gemeindeversammlung habe ich schon hingewiesen. Wir spüren überall Rückenwind, auch und gerade im KGR und bei den Hauptamtlichen. Und auch der Förderverein ist dabei.
Das wird wichtig werden, denn Nachhaltigkeit ist im Zweifel vordergründig teurer. Vordergründig deshalb, weil Umweltzerstörung in vielen Produkten nicht oder kaum „eingepreist” ist – versteckte Kosten, die bisher stillschweigend auf kommende Generationen abgewälzt werden.
Viele Maßnahmen sollen ja gerade auch zu Veränderungen bisher vertrauter Abläufe führen. Dann wird es spannend zu sehen, wie Einzelne  der Gruppen reagieren werden, wenn sie direkt betroffen sind.
Alle mitnehmen würden wir natürlich gerne. Da wollen wir ganz in der Tradition unserer Kirche „einladend” sein. Auch wenn wir Grund zur Ungeduld haben, wollen wir nicht missionieren – obwohl wir sehr gute Argumente haben!

aus: unterwegs – Der Gemeindebrief, Ausg. 2019-3